Dienstag, 2. Juli 2013

A quick inside into LBGTQA etc.


Obgleich die Partnerschaften zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern immer mehr Toleranz, wenn nicht gar Akzeptanz findet, stoße ich häufiger noch auf eine solide Mauer an Unwissenheit.
Unwissenheit die in verletzende Kommentare übergehen kann, ungeachtet der Tatsache, dass der Andere dies nicht böse gemeint hat.
Noch immer höre ich, dass Mädchen den Sportkurs gewechselt haben da ich -als geoutete Lesbe- mit ihnen im gleichen Raum gewesen wäre, während sie sich umziehen. Nicht konnten sie ahnen, dass ich mich als Demisexuell identifiziere und damit keinerlei Reize an ihren Körpern finden kann.
Erst kürzlich fiel in einem Gespräch mit einer Internetbekannschaft der Begriff der sexuellen Orientierung. Nachdem ich erklärte, dass das ganze unheimlich kompliziert sei und in seiner Komplexität gleichermaßen schön, wurde lachend geantwortet:
"Wieso komplex? Gibt doch nur drei Möglichkeiten."

Falsch.

Wir Menschen funktionieren nicht so binär. Wir sind nicht nur schwarz oder weiß, warm oder kalt, oben oder unten. Wir sind hier und dort und überall, bunt, grau, mit Mustern und Merkmalen versehen die sich nie einordnen lassen.
Doch hinsichtlich der Tatsache, dass wir in unserem geordneten Gesellschaftssystem diese Schemen lieben und manchmal auch brauchen, würde ich hier gerne ein wenig Aufklärung leisten.

Zuerst einmal teilt sich die Sexualität eines Menschen in "sexuelles Verhalten", "sexuelle Präferenz" und "romantische Präferenz".
Klingt nun verwirrend, löst sich bei genauerer Betrachtung jedoch recht schnell auf:
Die sexuelle Präferenz bezieht sich auf den Geschlechtsakt.
Die romantische Präferenz auf die eigentliche Beziehung bzw. Liebe.
Das sexuelle Verhalten kann stark von der sexuellen Präferenz abweichen. Ganz besonders bei Priestern, die im Zöllibat leben, jeglicher Sexualität angehören können, aber enthalsam bleiben.

Gender binary:
Viele Menschen sehen es als engstirnig und unpassend an, dass es nur zwei Geschlechter geben soll. Diese Aussage gewinnt besonders an Kraft, wenn antike Kulturen in den Fokus geraten, wo es schon seit Jahrtausenden bis zu fünf Geschlechter (oder mehr) gegeben hat.
Viel eher bewegen sich einige Leute auf einer Skala dieser Geschlechter, können sich von ihr aber auch gänzlich lösen. Im Grunde sind auch Geschlechterrollen nur ein gesellschaftliches Konstrukt, also findet dies durchaus seine Rechtferigung.

Begriffserklärungen:

Homosexuell: Wie jedem bekannt sein dürfte, bezeichnet dieser Ausdruck Individuen die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen.

Heterosexuell: Individuen, die sich zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen.

Bisexuell: Individuen, die sich zu "beiden" Geschlechtern hingezogen fühlen.

Asexuell: Individuen, die keinerlei sexuelle Anziehung verspüren. Dies ist keine Krankheit. Es handelt sich um eine vollkommen natürliche sexuelle Präferenz. Auch hier können Grauzonen entstehen. Beispielsweise gibt es Asexuelle, welche durchaus Selbstbefriedigung betreiben können, dies jedoch nicht auf Andere ausweiten. Asexuelle Menschen können zudem auch romantische Beziehungen eingehen, in denen nur kein Akt stattfindet. Es muss aber nicht sein.

Demisexuell: Individuen, die eine sexuelle Anziehung erst nach Eingang einer tiefgreifenden, seelischen Bindung empfinden können. One night stands und dergleichen sind für sie undenkbar. Auch hier geht es nicht um moralisches Empfinden. Demisexuelle Personen könnten es unter Umständen als vollends unbedenklich empfinden. Nur sind sie nicht dazu in der Lage eine körperliche Beziehung einzugehen, oder auch nur einen Körper sexuell attraktiv zu finden, ohne seelische Konnektivität.

Pansexuell: Individuen, die sich zu jedem Geschlecht hingezogen fühlen. Bedeutend, dass auch transgender und geschlechterlose Personen in Betracht gezogen werden können.

Transsgender: Individuen, die im falschen Körper geboren wurden. Meist werden sie versuchen ihren Körper an ihr wahres Geschlecht anzupassen. Dies hat nichts mit ihrer sexuellen oder romantischen Präferenz zutun. Transgender Menschen können auch heterosexuell sein.
(Bitte sagt nicht "Transe", egal wie es gemeint sein könnte.)

Cisgender: Individuen, deren biologisches Geschlecht mit ihrem geistigem Geschlecht übereinstimmen.

Genderfluid: Individuen, deren Geschlecht sich in verschiedenen Abschnitten ihres Lebens verändert. Manchmal sogar täglich. Sie sind keine Angeber, sie sind nicht auf Aufmerksam aus. Genderfluidity ist eine ernst zunehmende und ehrliche Angelegenheit.

Allies: Individuen, die alles obrige genannte und jede dazwischen liegende Grauzone unterstützen, akzeptieren und als gleichberechtigt betrachten. Also...Ihr alle, hoffe ich.

Für eine Erklärung von Leuten, die es besser können als ich:





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