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Freitag, 26. Juli 2013

Friday is for literature: From a scrap.

Normalerweise schreibe ich mehr.
Normalerweise schreibe ich anders.
Normalerweise ist nicht jetzt.

Vielleicht werden diese Zeilen eines Tages der Anfang meines ersten Romans.
Erst heute habe ich mit meiner Freundin am Telefon darüber diskutiert und zum ersten Mal habe ich das Gefühl eine Geschichte entwickeln zu können, die nicht gezwungen wirkt, die ich auch lesen würde ohne mich hindurchzuquälen, die keine Erwartungen setzt, die ich ohnehin nicht werde erfüllen können.

Manche Leute gehen eine Beziehung ein, um nicht mehr einsam zu sein. Manche eine Freundschaft. Widerrum Andere suchen ein Haustier, ein Hobby oder eine Wolke am Himmel, die aussieht wie ein Gesicht. Das bin ich.
Sie müssen wissen: Menschen tragen keine Züge für mich. Sie sind blank, sie sind starr, sie sind zu ernst um ernst genommen zu werden und zu absurd, um noch witzig zu sein. Ich  fürchte sie. Manchmal ekel ich mich sogar, wenn sie mich anlächeln, anblinzeln auch nur den Anschein erwecken, sie nähmen meine Existenz zur Kenntnis. Ich mag es nicht, wenn Leute Dinge tun, die ich selber nicht gerne machen würde.
Mir reicht es, durch eine Fensterscheibe das Leben zu beobachten, zu wissen wie es langsam an mir vorbeischleicht, ebenso wie ich so oft vor ihm davongeschlichen bin. Mir reicht es durch die feinen Stoffe billiger Gardinen zu spähen um einem gelegentlich ertönenden Lachen zu folgen. Ob man das Ironie nennt?
Ein Stück Glas, das für mich die Welt bedeutet.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Friday is for literature - Even on a Wednesday

Ein junger Mann betritt das Redepodest. Munteres Getuschel, selbst als er seine Stimme erhebt, zunächst zögerlich, dann sicherer in das Mikrofon lehnend. Ein Wort. Ein zweites. Jedes Wort zu einem Satz, der einen Fluss ergibt. Ihn mitreißt auf den Wogen der Wahrheit, des Verneinten, der abgeschobenen, puren Emotion.

"Unglückliche Umstände verleiteten mich dazu zwei Jahre länger auf dieser Schule zu verbringen als so manch anderer. Ich wuchs hier heran, ich reifte, ich lernte, ich lachte und weinte. Doch nach zehn Jahren kann ich über all diese Menschen, die mein Leben hier auf unterschiedlichste Art und Weise bewegt haben, nur eines sagen:
Die meisten dieser Leute haben nicht den geringsten Funken Anstand im Leib.
Ihr dilletantisches Gehabe breitet sich auf eine Ebene aus die nicht einmal mehr unter dem größten Einsatz aller liberaler Blickwinkel gutzuheißen ist.
Sie sind dumm, ignorant, selbstgefällig und im höchsten Maße unerträglich.
Dabei allerdings furchtbar zufrieden, laben sich in ihrer Eindimensionalität wie die Maden im Speck.
Selbstreflektion ist ein Wort, das nicht einmal korrekt buchstabiert werden könnte, wenn ihr Leben davon abhinge.
Ich bin erschrocken, angewidert, besorgt und nicht zuletzt - Hasserfüllt.
Dankeschön und einen schönen Abend noch. "

Stille breitet sich über die Halle aus, in der keiner es wagt einen Laut von sich zu geben. Sie ist drückend, drängend, spricht von Unglauben, Entsetzen, Empörung gar. Nicht einmal das zuvor gelegentliche Rascheln von schwerer Abendkleidung ist zu hören, wagt es nicht sich zu zeigen. Die Gesichter eingefroren. Abscheu. Eine erstarrte Maske.
Bis ein leises Klatschen aus den hinteren Rängen das Schweigen zerreißt, wie nur ein Donnerschlag es getan haben könnte. Es durchfährt die Anwesenden wie eisiges Wasser, lässt ihre Köpfe umschnellen. Ein zweites Klatschen. Ein Johlen folgt. Bald schon stehen sie da. Aufgestanden wie ein Mensch. Rufend, wie aus einem Munde. Anschwellender Applaus überfällt die völlig überrumpelten Gäste.
Denn dort stehen sie: Die Außenseiter, die Gemobbten, die übrig Gebliebenen der Gesellschaft. All diese, die jahrelang unter unverhohlenem Getuschel, geheuchelter Höflichkeit und abfälligen Blicken leiden mussten, fürchten mussten, zitternd und zweifelnd ihrer Selbst. Sie springen auf. Und erheben zur ihrer eigenen Ehren ein solches Geschrei, das die Halle erzittern lässt.
"Wir sind da!" möchte es sagen. "Und wir gehen nicht fort, wir ändern uns nicht, wir bleiben jene, die wir waren." Jedes Aufprallen von Haut auf Haut, hallt wie ein Echo, hundertfach obgleich so viele der Teilnahmslosigkeit erliegen.
Wir sind hier und ihr könnt uns nicht ignorieren. Jedes Klatschen, jeder Ruf, jede einzelne Stimme schreit es in die Welt hinaus.
Wie ein Mann. Wie eine Frau. Aufrecht.
Ein erstes und ein letztes Aufbäumen, bevor das Buch sich auf ewig schließt

 Gewidmet meiner lieben Schule.

Freitag, 11. Januar 2013

Friday is for literature - Horizont

Zum Ausklingen der Woche in ein hoffentlich erholsames Wochenende, lasse ich euch noch einmal wissen wie gut ihr es haben werdet, indem ich euch mit einem meiner eigenen kurzen Gedichte plage.
Ich bitte um Nachsicht.
Es ist mehr eine kleine "Schreiberei", die zwischendurch enstand.

Das Grau ein Meer aus Sehnsucht,
Traum und Hunger!
Verschlungen im Wirrwarr des Selbst,
Oh, Wunder! Der, der du standhälst!
Verzehrt mit Haut und Haar!
Aufgegangen in Einöde,
Farblosigkeit kein wirrer Schein,
Der Verzückung sanfter Lockruf
entartet in Unendlichkeit.

Blickend in die Weite
Sehe in mich hinein
Und frage - Horizont!
Traum und Hunger...
Bis die Morgenröte kommt blutrot,
Und Wärme in die Knochen kriecht.

Zu wissen, auch du hast ein Ende...
Traum und Hunger.

Dienstag, 19. Juni 2012

Allein in meiner Haut

Eine Supernatural Fanfiktion über den Engel Castiel, die allerdings auch ohne viel Hintergrundwissen wirken kann.
Sie entspringt meiner Feder und ich hoffe, dass sie euch gefällt.

Und Gott schuf die Welt. Und Gott schuf den Schmerz. Das Unglück begann in jenem verheißungsvollen Moment, der wie Blei auf den Schwingen der Zeit zu liegen schien.
Als ich dich sah, sah ich Ehrlichkeit. Weiße Federn befleckt von ewigem Pech. Die Wahrheit, in Lüge zu vermodern verdammt. Ich fürchte mich nicht, ich tat es nie.
Doch Unendlichkeit zu fassen...Das ist als wolle man die Tautropfeneines jeden Morgens mit der Zunge schmecken. So bist du.
Wild. Frei. Voll leidenschaftlicher Liebe und hochtrabenden Hoffnungen.
Alles was mir nie vergolt war zu sein.
Was ist der Regenbogen, wenn man Farbe nicht versteht? Doch als deine Mundwinkel sich anhoben wusste ich: Ich verstand.
Mensch zu sein war fremd. Ich verfing mich in "Wenn und wäre gewesen", ließ mich erfüllt von Hochmut im Meer der guten Absichten treiben. Jeder Schritt in die dunklen weiten der Fehlbarkeit, des menschlich Seins, des Du-Seins schien so wahr, schien so gut, schien schon lange vorbestimmt.
Ich sagte einmal, dass ihr Kunstwerke seid. Feingliedrige Finger, die Haut an Haut die Liebe des Anderen zu Ertasten vermochten, Stimmen, welche vor Schmerz erzittern, vor Erbarmen ganz warm, vor Zärtlichkeit überflossen. Überwältigung. Doch so zerbrechlich...
Warum nur sah ich nicht wie verschlungen der Weg an deiner Seite werden sollte? Und als ich mich umdrehte, warst du fort.
Ich sah in Sams Augen. Ich fühlte die Schuld, deren Drohung mich zu ersticken womöglich nur Gerechtigkeit verheißen sollte. Zum ersten Mal tanzten meine Lippen den bitteren Reigen mit "Es tut mir leid".
Nun sitze ich hier, lasse zu, dass die kalten Wände immer drückender, immer drohender näher kommen, während scharfes Säuseln meine Ohren erfüllt. Das Blut rauscht in meinen Adern. Dean, dank dir weiß ich, was Mensch sein bedeutet. Was Lieben eigentlich heißt.
Meine Augen brennen vor Schmerz, meine Hände sind sicherlich taub. Ich vermisse. Eigentümliches Drängen, das dies ist. Euer Lachen. Das leichte, skeptische Kräuseln deiner Stirn. Gar diese dir ganz eigene, zähe Stille, die dich wie die Luft zum Atmen umgibt.
All die kleinen Streitgespräche, die euch Menschen die Seele der Familie sind. Denkt ihr ebenso? Sam und Du. Verzeiht, wenn der Schwachsinn mich ergreift, bevor die Sinne mir schwinden. Verzeiht, wenn ich egoistisch Dinge verlauten lasse, die euch niemals erreichen mögen.
Wenn es sein darf, will ich gerne wieder bei euch sein.
Bin ich nun Mensch genug?

Dienstag, 10. April 2012

Nichts zu fühlen im Frühling, wie amputiert

Heute möchte ich euch ein Gedicht vorstellen, dass meiner Meinung nach zu den Schönsten der modernen Lyrik zählt: "Wussten wir was den Reigen in Gang hält?" - Durs Grünbein.
Die Verzweiflung, ausgedrückt durch die gegensätzlichen Thematiken wie amputiert, verletzt und Glücklich, oder Himmelsschrei, geht nahtlos auf den Leser über und ich verbinde mit dem Gedicht das schaurige Gefühl dem Partner nicht nahe genug sein zu können. Die eigenen Sorgen, die eigenen Ängste werden in einem selbst zu Monstern herangezüchtet die verschlingen, in der Nähe zum Anderen sich aber doch nicht auflösen wollen. In seiner Haut ist jeder alleine.
Aber obgleich der Schmerz an der Seite eines Geliebten doch für sich zu sein unerträglich wird, so löst man sich doch nicht, aus der Scheu heraus nicht nur einsam, sondern auch verlassen zu sein.

Wussten wir, was den Reigen in Gang hält?
Dass Lieben einsamer macht,
Schien erwiesen. Jeder behielt ihn für sich,
Seinen Dorn, bis zur Unzeit
Das Blut die Verbände durchschlug. Selten
Blieb jemand unverletzt. Eher kroch
Ein Schmerz beim andern unter. Verlassen
Zu sein war das grösste Übel,
Nichts zu fühlen im Frühling, wie amputiert
Vor defekten Riesenrädern …
Wie uns der Wind in die Baumkronen hob,
Aus denen wir fallen sollten,
Glücklich, mit einem langen Himmelsschrei.

Was sagt euch das Gedicht?
Ein besonderes Merkmal der modernen Lyrik ist es ja,
dass jeder darin etwas eigenes findet, etwas eigenes sucht und erkennt.
Habt ihr andere Vorstellungen?

Freitag, 16. März 2012

Friday is for literature

Ah, ich habe es gerade noch so pünktlich zum Freitagspost geschafft!
Und ohne große Umschweife, präsentiere ich ein weiteres Werk meines Arsenals:

Dieses Mal handelt es sich um eine sogenannte Fanfiction. Eine Geschichte, die innerhalb eines bereits existierenden, fiktiven Universums geschrieben wurde. Das bedeutet, dass die Charaktere grundsätzlich nicht mir gehören und man mich demnach nur für Ausführungen, Sprachliche Gestaltung und Idee des Inhalts loben könnte.
Da mir die Geschichten ausgehen, weil ich mich zu sehr auf Fanfictions konzentriere, habe ich auch überlegt, zum nächsten Freitagspost etwas gesondert nur für den Blog zu schreiben.
Ich wünsche viel Spaß, auch wenn diese Kurzgeschichte sicherlich nicht etwas für jedermann ist.
Serie: Katekyo Hitman Reborn! Warnung: Homosexualität.

Dies war nicht der Moment. Er wusste es. Es durchzuckte ihn wie ein elektrischer Schlag, der diese Gewissheit durch seinen Körper jagte. Er wusste es. Das Gefühl floss in seinen Adern wie rotes Blut. Dies war nicht der Moment. Es war nicht jener, unvergleichliche, atemberaubende Augenblick, in dem jeder Herzschlag die fragile Atmosphäre zu zerbrechen drohte. Dies war nicht sein Moment. Dies war nicht seine gewollte, kleine Ewigkeit. Wie Tsuna bebend und schluchzend in seinen Armen lag, die Luft nach erstickter Enttäuschung und fader Bitterkeit schmeckend, wurde ihm schmerzlich bewusst, dass dies die Ewigkeit eines zerbrochenen Traumes sein musste.
 
Mit zittrigen Händen wagte er es, den knochigen Rücken des Kleineren zu berühren, obwohl die Furcht ihn zu zerbrechen fürchterlich in seinen Eingeweiden brannte.
Gokuderas Kehle fühlte sich trocken an. Tsunas Körper war so warm und lebendig an den seinigen gepresst, dass ihm der bloße Duft des Anderen ihm den Verstand vernebelte. Bittersüß. So nannte man das, richtig?
Ewigkeiten, so schien es, hatte Gokudera danach getrachtet den Mafiaboss in seinen Armen halten zu dürfen, ihm zärtliche Nichtigkeiten wie hochtrabende Liebesschwüre ins Ohr zu wispern, zu wissen, es werde die Ewigkeit sein – Sein Moment.
Nichts von alledem hier war sein.
Der ironische Stoß, der Tsuna hat in die liebende Umarmung seines Right-Hand-Man fallen lassen, war seine unerwiderte Zuneigung zu einem freundlichen Mädchen mit sanften Augen und wohlwollendem Blick. Das mitleidige Tätscheln der Schulter, ein sachtes Kopfschütteln, als hoffe sie seine Gefühle so weniger zu verletzen und die so umsichtig gewählten Worte waren es, die Tsuna gestoßen haben.
Gokudera war hilflos angesichts der vielen ungesagten, doch oft bedachten Emotionen, stockte im überwältigenden Schatten der Liebe, die Tsuna für Kyoko Sasagawa empfand. Sie. Nicht ihn.
 
Nein, dies war nicht sein Moment.
Und er hoffte, es sollte nicht zu seiner Ewigkeit werden.
 
Das steinerweichende Schluchzen des Brünetten rüttelte grob an den Mauern aus Styropor, die Gokudera verzweifelt um seinen verstand errichtet hatte und die nur dumpfe, schlichte Gedanken zuließ. Nur so konnte er den Kleinen trösten.
Trösten, weil seine Liebe nicht erwidert wurde. Seine...Zu ihr.
Vorsichtig legte er, ohne die scharfen Stiche der Rationalität schmerzen zu lassen, die Hand an das Kinn Tsunas und zwang ihn vorsichtig, so vorsichtig und scheu, ihm in die grauen Augen zu schauen. In die unendlichen Weiten der braunen, von Tränen verschleierten Iris versinkend, vergaß Gokudera was er doch so grausam genau wusste.
Er vergaß es. Zwang sich zu vergessen und ließ seinen Körper, wie von unsichtbaren Fäden geführt, näher an den seines Bosses heran.
Lange hatte er es schon gewollt, wusste was er zutun hatte.
Vor langer Zeit hatte er begonnen den kleineren zu bewundern. Aus Bewunderung wurde Zuneigung, aus Zuneigung Liebe und aus dieser schließlich entwuchs das brennende Verlangen nach Nähe, dass sich bisher nur in einsamen Nächten wagte, aus den dunklen Ecken seines traurigen Herzens hervorzukriechen.
 
Behutsam wanderte seine Hand an Tsunas Wange. Er füllte die Nässe, die seine Tränen dort hinterlassen hatten, fühlte die Enttäuschung schwer brennen. In seiner Brust, in den braunen Augen seines Gegenübers, in seiner Seele.
Und ihm war klar, dass er die Situation ausnutzte, dass er seinen kleinen Boss schändlich verriet, seine eigene Liebe hiermit Lüge strafte, doch konnte er es sich nicht verwehren.
Sollte seine kleine Ewigkeit nur für wenige Sekunden erlaubt sein, so würde er sich selbst in diesem Moment gänzlich verzehren, auffressen und sterben.
„Juudaime...“ hauchte er ihm zärtlich zu, die Stimme weich, doch von Trauer belegt.
Einen Atemzug lang, tanzten all die Worte auf seiner Zunge, die er nie ausgesprochen, doch in seinen Träumen, in seinem Moment, so oft gesagt hatte.
Aber dies war nicht sein Moment...
Langsam näherten sie sich einander und ihre Lippen berührten sich so zart, wie ein Windhauch herbeizuwehen vermag.
 
Der Kuss schmeckte salzig, ob der Tränen.
Er schmeckte fragend und reuevoll. Nach verlorenen Möglichkeiten und verschwendeten Augenblicken. Er schmeckte nach viel Wenn und wäre gewesen. Es ließ sie beide in ein tiefes, trauriges Meer der Schwere eintauchen.
Gar nicht wie Gokudera es sich vorgestellt hatte.
Ohne den Kuss zu lösen, fuhren seine Finger fahrig über die Knöpfe an Tsunas Hemd und versuchten sie trotz seines Zitterns zu öffnen. Der Zehnte wehrte sich nicht, legte noch die eigenen, kleinen Hände an die warmen Wangen seines Guardians. Es waren eiskalte, klamme Hände...
Und mit einem Mal war alles still in Gokudera. Er war vollkommen ruhig.
Dies war nicht sein Moment.
Furchtsamkeit war etwas, dass einem nur in freudiger Erwartung gut stand.
Dies hier war kalt. Dies waren nicht sie. Es war trüb und ließ alles verschwimmen.
 
Und so liebten sie sich auch nicht.Sie gaben sich einander in schierer Verzweiflung.
Verlangen und Angst mündeten in einem leichten, wiegenden Rhythmus, der nichts mit den Liebkosungen gemein hatte, die Gokudera sich in warmen Tönen so wundervoll ausmalte, wann immer er sich zur Ruhe legte.
Sie klammerten sich aneinander fest, verletzten sich in reiner Furcht vor dem Fall.
Er stieß härter in den kleinen Körper unter sich als beabsichtigt, wollte nur eine Reaktion aus ihm locken. Eine Reaktion, welche nur ihm gelten sollte und keinen Platz mehr für Tränen um dieses Mädchen ließ.
Wo war er?
Wo war der Hayato Gokudera, der Juudaime die Welt zu Füßen legen wollte?
Wo waren die leisen Liebesschwüre aus seiner Vorstellung?
Das sanfte Annähern, zwei scheuer Kinder gleich, dass er erwartet hatte?
Dies war nicht Gokuderas Moment...
Es schmerzte bis zur Unkenntlichkeit und trieb ihm die Tränen in die Augenwinkel. Heiser wisperte er Entschuldigungen. Flehte um Verzeihung, während der Brünette die dünnen Arme um seinen Hals schlang. Tsuna war sein Himmel, seine Welt...
Doch würde er für Ihn nie mehr sein.
Diese einsame, kurze Ewigkeit, dieser schattenhafte Zwilling seines Momentes war alles was er je bekommen sollte.

Freitag, 9. März 2012

Friday is for literature

Oh, man! Und schon ist wieder Freitag! Was habt ihr die Woche über so feines gemacht? Ich bin ein wenig in Schulstress untergegangen, aber es ist alles wieder in Ordnung!
Ich bin in letzter Zeit ein klein wenig besessen von der Serie Sherlock und der Comic Band "Your favorite Martian", ich bin mir sicher, dass ich dazu auch noch etwas posten werde, demnächst.
Bis dahin:
Nehmt diese Kurzgeschichte, es ist gefährlich allein zu gehen!
Es ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben einer Meerjungfrau, die Menschen beobachtet und sich ihnen am liebsten nähern würde. Ich hoffe, ihr habt eure Freude daran.<3

Das blaue Meer.
Jene Weiten, die dem dummen, menschlichen Verstand schon immer abenteuerliche Fantasien, wilde Geschichten sowie haltlose Hoffnungen entlocken konnten.
Es ist zu alt, um noch dem Maß von Wahrheit zu entsprechen, dem wir ihm versuchen beizumessen, es ist zu erklärt, um die alten Mythen vergangener Tage tragen zu können…Und doch kommen Sie nicht umhin, wenn auch immer eine beeindruckende Welle sich voller Stolz und Anmut aufbäumt, wann auch immer ein Sturm das lockende Blautürkis Gemisch bedrohlich ergrauen lässt, wann auch immer sie voller Schmerz, ihr gebrochenes Herz verzweifelt zusammenhaltend am Strand sitzen, sich zu fragen…Sich zu fragen…

“Wie ist es wohl dort? Mit den bunten Fischen im leisen Ozean. Wo selbst die Wut desselbigen einen nicht zu treffen vermag? Wo ein schützender, warmer Mutterleib einen umschließen kann und weicher Sand am Grunde liegt?”


Ich höre sie nie sprechen. Ich sehe es in ihren Augen.
Ihre Augen sind wie die unsrigen. Sie sind groß und grün, oder blau, oder braun…
Sie sind voller Schmerz, wenn sie bekümmert auf die Wasseroberfläche starren und ihre Köpfe scheinen so beeindruckend mit Sorgen und Fragen angefüllt, wie sie stumm nicken und ihre Lippen bewegen. Lächerlich sehen sie für mich niemals aus…
So oft ich kann schwimme ich an die Küste, verstecke mich hinter Felsen und kann meinen Blick nicht von ihnen nehmen. Sind sie so sehr wie wir, wie es scheint?
Traurige, suchende Wesen, die ziellos in diese Welt geworfen ihren Platz geduckt einnehmen?

Man hat mir befohlen sie zu fürchten, zu verlachen, jedoch vorsichtig mit ihnen zu sein und den Umgang jeglicher Umstände zum Trotze zu meiden. Und nun bin ich hier. Hier für mich und neige meinen Kopf  zur Seite, versuche in ihren Mimiken zu lesen wie in einem Buch.
Ich möchte lächeln, ich möchte ihnen sagen: Still ist es hier unten. Kalt ist es manchmal auch und dunkel, wenn man sich zu weit in die Tiefe wagt. Doch wie sollte ich? Wenn ich genau sehe, dass in ihrer Iris die schwärzeste Dunkelheit, die unerträglichste Stille und die eisigste Kälte hausen?
Wenn ich ahne -und meine Brust verkrampft sich voller Furcht- dass sie sich selbst nicht so sehen können, wie ich es kann. Wenn sie sich selber nicht mit den unwissenden Augen einer fremden Spezies betrachten, sondern mit dem von Gewöhnung geprägten und stolzen Blick eines allwissenden Gottes durch ihre Glasseelen stieren? Alles normal. Alles gewöhnlich. Alles klar.
Und ich bin hier.
Und nicht in ihren Büchern. Ich habe davon gehört. Bücher.
Sie schreiben Worte auf Papier, (einem weichen, nutzlosen Stoff , der sofort zerreißt) und versuchen sie schön klingen zu lassen, sie versuchen etwas in ihren Seelen zum Schwingen zu bringen in der Hoffnung, dass es auf ihren ganzen Körper übergeht und einen Rhythmus annimmt. Wenn auch nur für einen kurzen Moment, der wieder verfliegen wird, bis sie sich das nächste Buch nehmen. Und in ihm lesen, wie sie es in sich nicht können oder wollen.

Sie sind wirklich wie wir. Ganz genau wie wir.
Ich lächelte, schüttelte mein Haupt und tauchte ab. Die Gefahr, dass sie mich sahen, an die Oberfläche rissen und mich erforschen, sezieren, auseinandernehmen, war zu groß geworden.
So waren die Menschen.
Sie würden alles erforschen. Nur ungern in sich selbst.
Ich verstehe sie. Ich würde mich auch fürchten, wenn ich tagtäglich so dreinblicke, dass ich bei einem Wesen, dass niemals meine Welt betreten durfte, nur am Rande einmal einen Blick hineinwerfen kann Mitleid und Furcht erzeuge…

Was ich tue.

Und ich habe Angst. Und ich fürchte mich vor meiner eigenen Person.
Darum löse ich es genau wie sie. Ich erforsche sie. Nicht mich. Und ich betrachte ihre Probleme von außen. Ignorierend, dass sie den meinigen so ähnlich scheinen.

Dem Schmerze ihrer Augen folgend.
Mein Name ist Ophelia. Ich bin eine Meerjungfrau.
Und ich lebe in jenem stillen, stillen Meer, dass auch in euren Augen ruht.

Liebe ist mir nicht fremd.
Das zittern des gesamten Körpers…
Das angespannte Beobachten aus der Ferne.
Der scheue Blickkontakt…
Ich liebe…

Ich…liebe…

Freitag, 2. März 2012

Friday is for literature!

Hierbei handelt es sich um das erste Gedicht,
dass ich seit Sechs Jahren verfasst habe.
Ich wurde eines Nachts von der Liebesgeschichte von Frederike Brion und Johann Wolfgang von Goethe inspiriert. Ganz besonders sein berühmtes Gedicht "Willkommen und Abschied" hat mich wirklich sehr bewegt. Und mal ehrlich - Sei es schreiben, Zeichnen oder Musizieren...Jeder kennt doch das brennende Gefühl seiner eigentlichen Leidenschaft nach einer Zeit des Versumpfens wieder nachgehen zu wollen, oder?

Ich bin mit diesem Werknur mäßig zufrieden...Natürlich ist Lyrik immer eine heikle Angelegenheit, ganz besonders, wenn man sich sonstig eher auf Kurzgeschichten spezialisiert hat, aber ich bin wie immer ausgesprochen Selbstkritisch. Ich versuche möglichst Reime zu umgehen, um die damit meist einhergehende Eintönigkeit bzw. sogar Albernheit zu vermeiden. Ich bin nicht Goethe, könnte mich niemals mit ihm messen und deswegen würde ich niemals versuchen seinen Weg nachzugehen.

Dennoch steckt einiges an Liebe in diesem Gedicht.
Ich widme es einer besonderen Person in meinem Leben.

Und hier ist das Ergebnis, Viel Spaß!

Glückseligkeit, das wär' ich. 


Dein Lachen eine Strömung,
Zu Ertrinken ist ein Traum.
Dein Atem gleicht dem Nebelschleier,
feucht zur Ruh' auf meiner Haut.
In deinem Haar ein Ozean,
Mein Herz voll salzig' Wasser.

Du bist der wilde Morgen,
die heiße Mittagssonne gar.
Ein Stern, Ein Wind, Ein ganzes Jahr.
Für mich bist du die Ewigkeit,
der schläfrig' Wiegenlieder Ziel,
ein flattrig Federschlag,
in meinen Wimpern dicht verfangen.

Zergehen und Zerfließen,
in deiner warmen Hand,
Der Sorgen lichter Schatten,
welch Daunen für mein Herz!

Ach, könnt ich treiben,
jauchzen, fliegen fast,
seit an seit mit deiner Welt,
Tautropfen deiner Blüte,
Glückseligkeit, das wär' ich